Heute Abend findet wieder die Schulung EduKation statt

Edu

Ich bin schon ganz gespannt wie es allen Teilnehmern in dieser letzten Woche ergangen ist.

Was ist die Schulung EduKation?

Das ist eine wissenschaftlich überprüfte Schulung, die den Angehörigen und der Umgebung hilft, den Demenzkranken und sich selbst besser kennen zu lernen und zu verstehen. Gemeinsam mit anderen Angehörigen demenzkranker Menschen kann hilfreiches Wissen erworben und Erfahrungen ausgetauscht werden.  Lernen miteinander und aneinander ist leichter als sich theoretisches Wissen alleine anzueignen.

Die ausgebildete Kursleitung vermittelt Wissen über die Demenzerkrankung und deren Auswirkungen auf das Alltagsleben.

Sie hilft den Angehörigen die Beziehung zu dem Erkrankten zu verbessern und unterstützt sie darin, Ihre eigene neue Rolle als Betreuungsperson zu erkennen und anzunehmen. Die Teilnehmer erfahren durch die Kursleitung und die anderen Angehörigen neue Wege wie sie alltägliche, oft nervenaufreibende Situationen besser bewältigen können.

Für die Teilnehmer ist die Schulung schon eine Herausforderung. 10 Abende a zwei Stunden. Das heißt, planen über 2 1/2 Monate hinweg. Wer sich darauf einlässt steht meist unter einem ziemlichen Druck durch die Situation in der er oder sie sich befindet.

Und das macht sich auch bemerkbar an den Abenden. Neben der Wissensvermittlung stehen auch der Erfahrungsbericht der letzten Woche und der Austausch auf dem Programm. Wenn über das eigene Befinden gesprochen wird und an 7 Tagen fünfmal eine sechs kommt (auf einer Scala 1-6), dann kann man die Verzweiflung, die zum Ausdruck kommt, verstehen.

Es zeigt sich immer wieder, dass der Austausch mindestens genauso wichtig ist wie der inhaltliche Teil des Abends. In diesem geschützten Rahmen erleben die Teilnehmer, dass sie nicht alleine sind. Anderen geht es genauso oder ähnlich. Die Verzweiflung und die Trauer über die Veränderung der Mutter, des Vaters, des Partners darf hier ohne Angst gezeigt werden.

Aussagen:

„Ich habe es ja schriftlich, dass mein Mann eine Alzheimer Demenz hat aber glauben kann ich es trotzdem noch nicht. Immer wieder denke ich, er simuliert, er will mich ärgern.“

„Ja, ich weiß inzwischen, dass Diskussionen die Situation nur schlimmer machen. Aber es gelingt mir einfach nicht es anders zu machen. Wenn sie zum vierten Mal behauptet, sie habe kein Frühstück bekommen und dabei steht das Geschirr noch da, dann könnte ich ausflippen“

„Mein Mann hat immer alles gemacht und geregelt und jetzt kann er nicht Mal mehr seinen Namen schreiben. Ich bin total überfordert und so allein.“

„..und dann kommen einmal im Monat die Kinder für zwei Stunden und sagen: Mama, du übertreibst, er ist doch ganz gut drauf. Dann könnte ich schreien, sie erleben ihn ja nur friedlich am Kaffeetisch.“

Natürlich geht so ein Abend auch nicht spurlos an mir vorbei, einfach abschütteln kann ich diese Schicksale nicht.

Wenn ich aber dann höre: „ich kann jetzt schon ganz anders damit umgehen und ich hatte diese Woche schon dreimal eine 2“ dann habe ich das Gefühl, wir sind auf dem richtigen Weg.

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