Ein Tag in der ambulanten Pflege

Die Pflegetour von Schwester D. beginnt um 6.50 Uhr in dem Büro unserer Sozialstation im Caritas-Zentrum.
Schwester D. aktiviert ihr Dienst-Smartphone, auf dem alle notwendigen Daten der Kunden gespeichert sind. Ebenso sind dort die für jeden Patienten wichtigen Pflege- und/oder Behandlungsleistungen und die dafür vorgesehene Zeit hinterlegt.Die Mitarbeiterin nimmt sich die Schlüsseltasche aus dem Schlüsselschrank und noch einige Pflegeutensilien wie z. B. Handschuhe, Mundschutz, Händedesinfektionsmittel usw. mit. Dann geht die Fahrt auch schon zum ersten Klienten los.

Im Moment herrschen draußen eisige Temperaturen vor. Das bedeutet für unsere Fachkraft, dass sie sich warm anziehen muss, denn die Dienstautos erwärmen sich kaum bei kurzen Fahrtstrecken.
Diese Witterung ist eine Herausforderung für das Personal. Dunkelheit, Schnee, Glätte und der morgendliche Berufsverkehr verlangen den Mitarbeitern viel Konzentration ab.

Die erste Patientin ist Diabetikerin. Nach Begrüßung und Nachfrage des Wohlbefindens wird der Blutzucker gemessen. Anschließend wird das vom Arzt verordnete Insulin gespritzt. Alles wird in der Akte, die beim Patienten hinterlegt ist, dokumentiert. Auffälligkeiten oder Beschwerden werden ebenfalls dort vermerkt.

Und schon geht die Fahrt zum nächsten Kunden, denn der nächste „Fall“ wartet schon. Das ist ein älterer Herr, der nach einem Schlaganfall mit Halbseitenlähmung, auf ambulante Pflege angewiesen ist.
Beim Ankommen liegt Herr H. noch im Bett. Die Schwester holt sich die Waschschüssel und Pflegeartikel und macht die Inkontinenzversorgung im Bett. Hose, Socken und Schuhe zieht die Schwester ebenfalls im Bett an. Dies alles ist nur möglich mit erlernten Griffen und Techniken. Mit Hilfe eines Patientenlifters wird Herr H. vom Bett in den Rollstuhl transferiert. Um die geeignete Sitzposition für Herrn H. zu finden, bedarf es nochmals einiger Hebegriffe. Nun wird der Patient mit dem Rollstuhl in das Bad gefahren. Dort wird der Rest der Grundpflege (Oberkörper waschen) am Waschbecken durchgeführt. Die Zahnpflege und Haare kämmen wird mit der Unterstützung des Patienten erbracht. Denn auch wenn Herr H. durch die Halbseitenlähmung eingeschränkt ist, sollen und müssen seine Ressourcen in die tägliche Pflege eingebaut werden. Dies erhält zum einen die noch vorhandene Mobilität und stärkt das Selbstwertgefühl des Patienten. Herr H. wird fertig angezogen und zurück in sein Zimmer geschoben.
Schwester D. sind heute, während der Pflege, die geschwollenen Beine des Herrn H. aufgefallen. Der Hausarzt wird darüber telefonisch von der Pflegekraft benachrichtigt. Das Gespräch wird in der Akte dokumentiert. Ebenfalls die daraus resultierenden Maßnahmen.
Nach einem kurzen Gespräch verabschiedet sich die Mitarbeiterin von Herrn H. und macht sich in ihrem kleinen weißen Flitzer weiter auf den Weg.

Fünf Stunden wird Schwester D. heute beschäftigt sein und acht Patienten versorgen. Die Arbeit in der ambulanten Pflege ist anspruchsvoll und individuell auf jeden Patienten abgestimmt.

In der Gesellschaft ist es oftmals eine unterschätzte Tätigkeit, die jedoch dem Pflegepersonal sowohl körperlich als auch mental viel abverlangt.

Unserem Team macht die Arbeit Spaß, und wir sind glücklich, wenn wir unsere Klienten bestmöglich versorgen können und Wünsche möglich machen können.

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